Positives Denken

Gestern las ich die Haltung, dass positives Denken „einfach der Versuch ist, das was ist zu leugnen“!

Wieder musste ich schallend darüber lachen, welche Vorstellung manche Menschen haben, was positives Denken wirklich (!) ist.
Es ist schon mal nicht der Versuch, das was ist zu leugnen, denn Leugnung ist negatives Denken 😉

Postives Denken ist das was ist, wenn negatives Denken aufgegeben wird!

Positives Denken ist unser Urdenken im natürlichen Sein vom Anbeginn als  wir Gedanken bemerkten bis zum Moment als das erste Mal eine Situation auftauchte, über die wir negativ dachten.

Positives Denken  ist also das, was man unser natürliches Denken nennen kann.

Negatives Denken ist der Versuch, das was ist zu leugnen!

Denn das was ist, ist unstörbarer Frieden, bedingungslose Liebe und pures freudiges und glückliches Sein.

Alles andere ist Illusion und eben nicht das, was ist.

Es geht beim positiven Denken nicht darum sich eine schmerzhafte Situation schön zu reden,  sondern darum sich eine schmerzhafte Situation nicht noch zusätzlich mit negativen Gedanken zu belasten und damit zu einer Leidenssituation zu verstärken.

Positives Denken sagt dem halbseitig gelähmten Menschen nicht, dass es in irgendeiner Weise positiv sei nach einem schweren Schlaganfall im Rollstuhl sitzen  zu müssen.
Positives Denken hilft, sich von den negativen Beurteilungen dieser Situation abzuwenden, die nämlich die Ursache für das Leiden sind.

Fredo hatte mal irgendwo so oder so ähnlich geschrieben, dass er nie an Erleuchtung interessiert war, sondern lediglich daran zu erfahren, wie „alles“ (das Leben, das Sein) funktioniert. Da ich immer gedacht habe, dass das Wissen darum, die Erfahrung dessen wie alles funktioniert Erleuchtung sei, war ich auf dem Weg dorthin 😉

Herausgefunden habe ich, dass ich eine gnadenlose Forscherin bin, ich will es immer genau wissen.
Also habe ich positives Denken aller genauestens geprüft und festgestellt, dass es ganz anders ist und funktioniert als auf die oberflächliche, oben zitierte Weise, behauptet wird.

Werdet wie die Kinder hat mit positivem Denken zu tun, was bedeutet, dass keine negativen Gedanken ergriffen werden. Übrig bleibt, das, was ist.
Und das ist eben pures Sein.

Wenn einem nun etwas zustößt, das schmerzhaft ist, dann kann beobachtet werden, dass ein von alten Mustern geprägter Verstand auf der Stelle anfängt rumzumeckern. Sowas in der Art, warum passiert das, sowas sollte aber nicht passieren, hätte der Andere nicht aufpassen können oder es so oder so anders machen…und so weiter. Gestern Abend hat mir eine Nachbarin in aller Ausführlichkeit diese Litanei zum Besten gegeben, wie der Autofahrer, der sie auf ihrem Fahhrad radelnd, übersehen hat, sie zum Absturz brachte. Sie zog während der Erzählung aus ihrer Jacke eine am Computer angefertigte Skizze, auf der sie festgehalten hatte, wie die Situation war. Sie hatte sich sogar die Mühe gemacht ein Satelitenbild von der Straßenkreuzung zu benutzen und dabei alle Beteiligten einzuzeichnen.
Als ich das Bild sah wunderte ich mich (mal abgesehen von der Tatsache, dass sie diese Skizze mit sich herumträgt) über die unglaubliche Anzahl von Nebensächlichkeiten, die sie eingezeichnet hatte, sogar eine Frau mit Hund war darauf zu sehen. Ich bemerkte, wie mein Verstand sich fragte, wie konnte sie das alles wahrnehmen aber das Auto, was sie dann umfuhr, nicht?
Nun kenne ich die Frau hinsichtlich einer ganz besonderen Eigenschaft ihres Soseins sehr gut. Sie hat eine Aversion gegen Hunde in der Stadt. Sie läuft, so sie Zeit hat jedem Hundebsitzer auf unserer Straße hinterher um zu kontrollieren, ob er auch die Scheisse seines Hundes ordnungsgemäß und gesetzestreu entsorgt!
Man könnte nun unterstellen, dass sie sich anstatt auf das, was ist, nämlich Fahrrad fahren und den Straßenverkehr wahrzunehmen auf ihre Aversionen konzentriert hat, nämlich die Frau mit dem Hund zu beobachten anstatt den Starßenverkehr.
Positives Denken wäre in diesem Fall die Überzeugung, dass alles schon seinen Gang geht auch ohne meinen Kontrollwahn, sogar der Straßenverkehr muss von mir nicht kontrolliert werden, wenn aber meine Aufmerksamkeit nicht von negativem Denken absorbiert ist, dann kann es sein, dass ich ganz gemütlich radele und das abbiegende Auto schon wahrnehme, bevor es auch nur in meine Nähe kommt. Also halte ich entspannt an und lächele dem Autofahrer entgegen, der sich total erschreckt, weil er mich nicht wahrgenommen hat. Wer weiß  in welchen negativen Gedanken er sich gerade aufgehalten hat 😉

Um nun aber auf meine negativen Gedanken aufmerksam zu werden , helfen mir eine Menge Werkzeuge, die meine Gedanken bewusst machen.
Positives Denken, wie es zum Beispiel Louise L. Hay präferiert hat bei mir zu unglaublicher Wachheit geführt.
Eine zeitlang hatte ich ständig Schluckauf und mit der Zeit nervte es mich so, dass ich bei Louise L. Hay – heile deinen Körper – nachschaute, was sie meint, welches negative Gedankenmuster dahinter stecken könnte und welches postive Gedankenmuster das alte ersetzen könnte.

Da stand:
Angst: – schlingt das Leben zu schnell in sich hinein!

neues Gedenkenmuster:
Für alles was ich (zu tun) brauche ist Zeit und Raum vorhanden, ich lebe in Frieden!

Ich fing innerlich zu schreien an als ich das las, denn genau zu dieser Zeit war absolut NULL Raum und Zeit für das, was ich glaubte tun zu wollen oder zu müssen. Ständiger Stress und Überforderung waren meine Begleiter.
Als ich das erkannte, wurde mir bewusst welche tiefen negativen Gedanken mich dazu getrieben hatten auf diese Weise zu leben.

Also half mit das positive Gedankenmuster, welches ich übte, in der Erscheinung des Lebens zu erkennen, wo es eben überall nicht stimmte, was mich hätte friedlich oder positiv stimmen könnte.

Das positive Denken war für mich ein Werkzeug, wie die Hebebühne in einer Autowerkstatt, die das defekte Auto anhebt, man darunter (!) schauen kann, wo das Problem liegt und es eben repariert.
Wenn das Auto dann wieder wunderbar läuft und schnurrt wie ein Kätzchen, kann man die Hebebühne getrost vergessen…..bis zum nächsten Mal 😉